Was mit Nutzwert: Facebook

Einige Leute habe ich bei Facebook entfreundet. Hintergrund: ich habe von jemand erklärt bekommen, wie man einstellt, dass Leute mir “folgen” können. Man kann mir also folgen, wenn man up2date bleiben will. Ich entfreunde in der Zukunft noch weiter.

Was mit Nutzwerk

Wenig Zeit habe ich, zu Hause kein Internet – bin o2-Kundin – und gleich beginnt meine Bürozeit im Rathaus. Manchmal muss ich ganz viel weinen, weil ich allein bin oder weil ich ein schlechtes Gehalt habe. Schlecht ist das natürlich nicht, aber meine früheren Freunde im Bundestag und anderswo verdienen viel mehr als ich.

Vergleichen ist schlecht, schrieb mir meine Tante ins Poesiealbum.

Feminismus oder Nicht-Feminismus, das hier ist die Frage

Liebe Tessa,

im Internet machst du einen feministischen Witz über das Zeit-Titelblatt. Da ist eine Frau abgebildet, die nicht sehr glücklich aussieht. Eher wie ein gehetztes Reh. Sie schaut vorsichtig fragend, als würde sie Unverständnis annehmen und hat sich sehr klein gemacht. Im Teaser steht

Wer hat Angst vor solchen Frauen? Sie sind jung, gut im Beruf und behaupten sich im Leben. Viele von ihnen bleiben ohne Partner – und werden ständig gefragt: Warum?

Ich war auch mal jung und auf eine Weise gut, ich habe es geschafft, nicht bei jeder Arbeit sofort gekündigt zu werden.

Es muss nicht immer Schinkenbrötchen sein

Wir Deutschen, lieber Kitkat, können ein Wirtschaftswunder machen, aber keinen Salat, sagte Lucy Hack zu dem Nerd mit dem schwarzen T-Shirt. „Jawohl, gnädige Frau,“ prasselte es aus dem Nerd heraus, war er doch total verliebt in die, nun, Geheimagentin. Davon wusste er aber nichts und auch nicht, dass Vivien, die Haushälterin, an der Garderobe sein Handy vertauscht hatte und nun in Seelenruhe einen Trojaner darauf installierte.

„Überhaupt ist das ein Elend mit dem Essen“, dozierte Lucy, während sie eine Gurke in der Mitte spaltete, schälte und in kleine silbrige Scheiben teilte. „Die Grünen haben auf ihrem Parteitag stundenlang übers Essen geredet, und was kommt raus? Die Fraktionsvorsitzende postet am Montag auf Twitter ein Brötchen mit Schinken. Da wünscht man sich doch Renate Künast zurück. Witziger war die auch.“

„Jawohl, gnädige Frau. Aber was ist schlecht an Schinkenbrötchen?“ „Alles und nichts,“ fuhr es aus Lucy heraus. „Natürlich soll sie Schinkenweißmehlbrötchen mit Leinsamen essen, wenn es ihr schmeckt. Das Problem ist aber, dass es ihr schmeckt. So phantasielos. Und ungesund ist das überdies.“ Lucy packte die Avocado und begann sie auszulöffeln, besann sich aber schnell des Wichtigen und griff zur Zitrone.

„Die Zitrone verhindert, dass die Äpfel und die Avocados braun werden. Das Auge isst schließlich mit. Genauso wichtig: die Konsistenz. Wer will schon langweiligen Matsch im Mund haben? Dann könnten wir uns ja auch von Astronautennahrung ernähren, da könnte man sicherlich sehr ökologisches Zeug erfinden.“ Kitkat stand staunend daneben, da klingelte es und Vivien trat ein.

„Es ist angerichtet!“ schrie sie. Lucy verdrehte die Augen. Musste das alles immer so anstrengend sein? Vivien, was ist denn. Wir wollen doch keine Geheimnisse verraten, dachte sie sich, ja, schön, dass das mit dem Trojaner jetzt funktionierte, aber jetzt war doch Essenszeit. „Danke Vivien. Bitte dann noch den Wein und dann ist gut.“

Und Lucy wandte sich wieder Kitkat zu. „Wo waren wir? Ach ja, die Zitrone.“ Die ergoss sich über die gewürfelte Zwiebel, machte sie sanft und weich, nach ein paar Minuten kamen die Äpfel und die Avocado hinzu. Der Apfel als Symbol für die Schönheit und die wilde Urwaldpflanze Avocado. Dazu silbrig die Gurke. „Was nun?“ blökte Kitkat leicht debil.

„Natürlich die Soße. Es muss schwimmen! Wie das Atomkraftwerk in Fukushima.“ Lucy merkte mittlerweile, dass auch der Nerd sie nicht verstehen konnte. Gut so. Dann wird er ganz bestimmt nicht bemerken, was in der Zwischenzeit mit seinem Handy geschehen war. Sie klatschte in die Hände und Vivien fuhr einen Servierwagen voller Flaschen mit Speiseöl in die schummrige, aber teuer eingerichtete Küche. „Weg vom Öl ist das dümmste, was man machen konnte. Der Mensch lebt nicht vom Öl allein, aber ohne Öl ist alles nichts.“

Vivien reichte den Grundstoff, das Olivenöl und geriet dann in Panik. „Was noch? Was noch?“ Da half nur noch Ignorieren. „Bitte melde ein R-Gespräch nach Dortmund an, es ist Zeit …“ sagte Lucy gedankenverloren zu dem Nerd, der ihr das Handy reichte. Aus Dortmund bekam Lucy die neuesten Nachrichten zu dem Coup durchgegeben, den sie und Vivien für heute Abend planen sollten.

„Das Atom. Das Gen. Die bäuerliche Landwirtschaft. Das Asylrecht. Krieg, Krieg, Krieg! Stop.“ lautete die Geheimbotschaft. „Gut, damit hätten wir es. Dann lasst uns essen. Kein Brot, aber Wein, dazu Salat und für jeden zwei weiche Eier.“

Rezept

Für den Salat:
Gurke
Avocados
Äpfel

Die Soße
Zitrone
Zwiebel
Olivenöl
Kürbiskernöl
Senf
Ahornsirup
Pfeffer
Salz

Dazu: Eier

Warum ich meinen Trollcon-Vortrag abgesagt habe

Lieber Trollcon-Orga,

ich habe es mir nicht leicht gemacht bei der Frage, wie ich mit diesem Blogbeitrag umgehe. Sicherlich erinnert ihr euch noch gut an meinen letzten Vortrag. Ich habe mich damals geärgert über die mangelnde Gastfreundschaft, die ihr den Referent/innen zukommen lasst, ihr zahlt kein Honorar, es gibt keine Übernachtung und man muss im Allgemeinen auch seine Fahrtkosten selbst zahlen.

Kurzes Update nach dem Umzug

Puh.

Heute morgen auf Twitter bekam ich einen kleinen Nervenzusammenbruch. Eigentlich ging das schon gestern los, ich bin so genervt von den Updates gerade von nahen Bekannten von mir, die sich zynisch anhören. Ich denke, warum nutzen die Twitter für Nachrichten, die keiner versteht? Aber sollen sie mal. Mich zumindest frustriert sowas. Man denkt, was steckt dahinter, und bekommt es nicht raus. Frustrierend.

Stimmt das?

Sibylle Berg schreibt

Ich kenne nicht viele Männer, deren Ziel es ist: Mann von einer reichen Frau, einer erfolgreichen, einer mit Macht zu werden.

Glaube ich nicht. Also kann ja sein, dass Sibylle die nicht kennt, aber mir sind solche schon untergekommen. Vor allem “reich” war da wichtig.

Ansonsten guter Artikel.

Gruppen und Fraktionen in NRW

Damit sich alle darüber informieren können, was woanders so läuft, habe ich eine Linkliste der Webseiten der Piraten-Gruppen und -Fraktionen in NRW gemacht. Es können noch mehr werden. Ich finde es wichtig, sich als Piratengruppe oder -fraktion eine Webseite zu erstellen. Auf einer Webseite kann man sehr einfach und billig Öffentlichkeitsarbeit, ja richtig Politik machen.

Hier ist das Pad, hier ein (leider nicht ganz aktuelles) Backup. Korrekturen und Ergänzungen bitte in die Kommentare.

Viel Spaß beim Durchklicken!

Datensparsamkeit nur noch Credo der Konservativen?

Irgendwo hat mich die Netzbewegung verloren. Vielleicht ist es Selbstgerechtigkeit, vielleicht liegt es daran, dass ich schon vor zwei Jahren mein Smartphone ausgeschaltet habe und dies bis auf eine kleine Ausnahme (mein Freund, der mit großer Wahrscheinlichkeit direkt von der NSA überwacht wurde, motivierte mich, WhatsApp zu nutzen, um Nacktbilder zu schicken) nicht wieder angeschaltet habe.

Datensparsamkeit ist das “Gute Leben” der Netzpolitik. Hier geht es nicht darum, die Konzerne oder den Staat anzuklagen, hier geht es um einen Bewusstseinswandel.

Wer mich von den Grünen oder aus der Kolumne “Alles Bio?” kennt, weiß, dass ich diese selbstorganisierte, diese “Machs selbst” Politik immer auf die Schippe genommen habe, um sie auf den Müllhaufen zu werfen.

Aber nun, so einfach ist es nicht. Man kann in einer Kolumne hetzen, zuspitzen, aber jeder sollte doch wissen, dass es einen Unterschied macht, ob man sich die ganze Zeit mit seinem Gegenüber anschreit oder ob man friedlich miteinander umgeht. Man kann es sich schön machen, dann geht es einem gut, oder man macht es sich schlecht und dann geht es einem schlecht. Und wenn sich alle anschreien, oder, noch schlimmer, anschweigen, dann gibt es Krieg, wenn alle friedlich sind und nach friedlichen Lösungen suchen, dann gibt es Frieden. Das Gefühl, das Bewusstsein verändert natürlich die Welt, mir war nur zu viel davon in der Debatte und deswegen nahm ich die Gegenposition ein.

In der Frage, was politischen Wandel verursacht, das eine oder das andere, kann man von Antje Schrupps schönem Credo “Das Gegenteil ist genauso falsch” lernen. Oder von Max Plenerts E-Mail-Signatur “For every complex problem there is an answer that is clear, simple, and wrong.”

Man kann das eine tun, ohne das andere zu lassen. Das gilt für das ökologische Leben, den Bio-Wandel – hier muss sich die Wirtschaft ändern. Da hat sich immer noch viel zu wenig geändert und auch, wenn man die Welt nicht mit dem Einkaufskorb rettet, so ist der Sinneswandel gegen den Klimawandel doch wichtig, denn ansonsten gibt es keinen Sinneswandel. Dieser Sinneswandel ist wichtig, damit im Kleinen weniger Energie verschwendet wird, er ist auch wichtig, damit Politiker und Wirtschaftsleute, die Entscheidungen zu treffen haben, die richtigen Entscheidungen treffen.

Genauso ist es mit dem Datenschutz. Zurzeit wird viel lamentiert, dass die jungen Leute ja eh ihr Smartphone benutzen und alles in der Cloud landet und dass deswegen die Clouds besser reguliert werden müssen, die Haftungsregeln sollen verbessert werden, alles soll verschlüsselt werden. Die Industrie soll in die Verantwortung genommen werden, der Staat soll handeln.

Das ist richtig. Aber das macht das andere nicht unwichtig.

Ich habe das Gefühl, dass nur noch die Konservativen von Datensparsamkeit sprechen. Ein Lifestyle der Privatsphäre, eine Kultur der Privatsphäre scheint für die deutsche Netzbewegung nicht hip zu sein. Warum ist es falsch, darauf hinzuweisen, dass man mit seinem Cloud-Fotoapparat Smartphone eben keine Nacktbilder machen soll? Dass man sein Smartphone besser abschaltet, wenn man sich Alkohol, Ecstasy oder GHB ins Gehirn knallt? Dass man auch ohne Smartphone und Facebook gut leben kann, dass es ärgerlich ist, wenn man gehetzt ist von vielen kleinen Nachrichten?

In ein paar Jahren wird sich zeigen, dass die wirklich erfolgreichen Leute eben nicht das ganze Internet mit dummem Gequatsche und Nacktbildern vollspammen, das wissen die wirklich erfolgreichen Leute übrigens schon heute. Man sieht sie deswegen nicht.

Ich bleibe bei meiner Meinung von 2007: Nackt – besser nicht im Netz.