Oops, I did it …

.. nicht again. Einmal habe ich getan, worüber im Internet nicht gesprochen werden darf. Es war ein dummer Fehler, der hätte vermieden werden können, wenn ich die verbotenen Worte gegoogelt hätte.

Nachzulesen ist das nun ganz oben in dem Artikel “Reden wir also über Auschwitz” Den ziert jetzt nämlich eine Gegendarstellung von Martin Hohmann. Ich überlege noch – sie muss einige Tage bleiben, vielleicht lasse ich sie aber für immer drin. Sie passt so gut zum Thema.

Letzten Donnerstag, etwa 19 Uhr, veröffentlichte ich den Artikel. Zwei Freunde von mir hatten ihn Korrektur gelesen. Ich schlief drüber. Am Freitagmorgen, neun Uhr, korrigierte ich die Aussage, für die ich später abgemahnt werden sollte. Kein Leser hatte hierzu etwas angemerkt. Auch hatte sich Herr Hohmann weder per Mail, noch per Twitter, Facebook oder Leserkommentar bei mir gemeldet. Freitagabend traf in der FAZ die Abmahnung ein.

Und gestern traf auch bei mir eine E-Mail ein. Ein Schreiben einer Kanzlei in Hessen. Darin steht, dass ich bis Donnerstag, 16. Februar 2012, 16 Uhr eine Unterlassungserklärung unterschreiben soll. Zudem wird die Begleichung von Anwaltskosten in Höhe von 1034,11 Euro verlangt (Streitwert 15.000 Euro).

15. Februar 2012 von julia
Kategorien: Kultur | Schlagwörter: , | 32 Kommentare

Musikrezension

Während ich diese Zeilen schreibe, höre ich das neue Album “50 Words for Snow” von Kate Bush. Die ersten Lieder sind für mich als Freundin elektronischer Musik etwas langsam, aber man hört sich schon rein. Später wird es auch mal triphoppig, wenn ich mich nicht irre.

Man merkt schon: im Grunde habe ich keine Ahnung. Weder von Kate Bush noch von Musikrezensionen. Ich werde mir die Lyrics reinziehen und vielleicht mit jemand sprechen, der Kate Bush besser kennt als ich.

Und den Winter mag ich ja. Alles wird gut.

17. November 2011 von julia
Kategorien: Kultur | Schlagwörter: , , | 4 Kommentare

Frankfurt occupied

Sea-U-Site See-U-Site

In meinem Apartment habe ich nicht viel Ablenkung. So kann ich hier das tun, wovon ich sonst manchmal abgelenkt werde: Schreiben schreiben schreiben. Da ich Internet habe, kann ich das natürlich auch bei Facebook & Co tun – aber es ist auch mal wieder schön, einen richtigen Text zu verfassen. Weiterlesen →

12. November 2011 von julia
Kategorien: Kapital, Kultur | Schlagwörter: , , , , | 3 Kommentare

Kurzzeitgedächtnis

Typisch, sobald man ein schönes Dach über dem Kopf hat und den Kühlschrank voll Essen, denkt man nicht mehr an das Schlimme von zuvor.

Dabei retteten mich Facebook und die Grüne Jugend mit Schlafsack und Bettlaken. Dafür ganz vielen Dank!

12. November 2011 von julia
Kategorien: Kochen, Kultur | Schlagwörter: | Schreibe einen Kommentar

Apartment-Freitag

Seit Montag bin ich in Frankfurt. Inzwischen bin ich umgezogen: ich wohne nun im FAZ-Gästehaus für Volontäre, Hospitanten und Praktikanten. Dort habe ich ein schönes Apartment mit Blick auf die FAZ.

FAZ Gästehaus

Blauer Himmel, weißes Haus. Morgens kann ich mir einen guten Cappuccino aus der Maschine in der Feuilleton-Küche holen und den mit in mein Zimmer nehmen. Ist ja so nah.

Eine Kaffeemaschine habe ich hier nämlich nicht, Töpfe auch nicht und Geschirr auch nicht. Ich esse mein Penny-Brot ohne Teller, geht problemlos. Außerdem ernähre ich mich von Pistazien und Äpfeln. Das Mittagessen in der Kantine ist ok, abgemagert zurückkommen werde ich wohl nicht.

FAZ Kantine

Gestern waren meine ersten Zeilen in der gedruckten FAZ – Architekturjournalismus. Mehrere wunderten sich, dass unter dem Artikel das Kürzel F.A.Z stand und nicht mein bisheriges Kürzel jus. Für Hospitanten ist es normalerweise üblich, dass auch Meldungen ein Kürzel tragen, hieß es.

Meldung Elbphilharmonie

Aber isch … ‘abe gar kein Kürzel. Wenn ich eines bekommen soll, dann hätte ich gerne see. Falls das jemand aus der taz liest: ich würde mein Kürzel dann auch dort ändern.

Dabei weiß ich nicht mal, ob das Kürzel noch zu haben ist. Bei der taz nicht – und bei der FAZ auch nicht.

11. November 2011 von julia
Kategorien: Katzen, Kultur | Schlagwörter: , , | 5 Kommentare

Trollfeminismus

Gestern flog ich aus dem Chat der Netzfeministinnen. Vorwurf: Trollerei.

Das ist so dumm von denen. Und es sagt so viel über deren Bild auf mich und auch über deren Blick auf Kommentierende generell – ein praktischer Spiegel.

meer glück für alle!

11. November 2011 von julia
Kategorien: Kapital, Kultur | Schlagwörter: , , , , | 21 Kommentare

Straßenlaternen zu teuer?

Kein Ökostrom da? So oder so: In der schwarz-grünen Privatisierungsgesellschaft müssen die Bürger selbst für ihre Sicherheit sorgen! Hier sieht man die perfiden Auswüchse!

Plakat Winter Verkehr

Und im Ernst: da, wo ich bislang in Frankfurt war, ist es in der Tat nicht sehr fahrradfreundlich.

09. November 2011 von julia
Kategorien: Kultur | Schlagwörter: , , | 4 Kommentare

Umzug

Zweites Mal Aufwachen in Frankfurt. Zimmer besteht nur aus Bett mit Besucherritze und Bad. In die Ecke gequetschter Schreibtisch, kein Internet auf dem Zimmer. Probleme mit der offensichtlich kaputten Elektronik der laut summenden Lüftung werden von der Rezeption nur mit “heute können wir da nichts machen, ein Techniker ist erst morgen wieder da” beantwortet. Sinnvolle Hinweise, wie sich die Technik überlisten lassen könnte, auch nicht – Service wie im Media-Markt.

Keine Minibar. Kein Balkon, Rauchverbot. Laute Verkehrsadern und Licht. Immer noch ist es mir völlig schleierhaft, wie man ein Hotel zwischen eine Bahnstrecke, mehrere vierspurige Straßen und Brücken bauen kann. Ein Hotel für Menschen, die abends betrunken nach Hause kommen und morgens auf die Frankfurter Messe gehen wollen. Für die gut, für mich nicht.

Habe mich deswegen entschieden, das Hotel zu verlassen, ziehe nun ins FAZ-Gästehaus.

09. November 2011 von julia
Kategorien: Kultur | Schlagwörter: | Schreibe einen Kommentar

Architekturjournalismus

In der heutigen Redaktionssitzung fiel mir auf, wie viele Frauen sprechen – mehr als in der taz, wie ich einräumen muss.

Der Architekturredakteur bat mich nach der Sitzung darum, 25 Zeilen (eine Zeile sind so 30 Zeichen, also ungefähr 750 Zeichen) zur Elbphilharmonie, dem neuen Konzerthaus in der Hamburger Hafencity, zu schreiben. Da gibt es nämlich Streit um Bau-Verzögerungen. Ob und wie man weiterbaut, könnte ein Treffen zwischen der Realisierungsgesellschaft ReGe – eine hundertprozentige Tochter der Stadt Hamburg – und dem Baukonzern Hochtief klären. Das Treffen findet morgen statt.

An mehreren Stellen baut Hochtief gerade nicht – das Problem sei die Statik, sagt der Konzernsprecher und vermutet außerdem, die Stadt halte Informationen zurück. Hamburg weist das zurück und sagt, Hochtief verzögere aus finanziellem Interesse. Hochtief-Kritiker sagen, der Konzern sei eine “Rechtsabteilung mit kleinem, angeschlossenen Baubüro”.

Nachrichtentexte kann ich ja mal gar nicht, aber ich bemühte mich. Mal sehen, wieviel bei der Meldung geändert wurde – wenn etwas geblieben ist, habe ich dann also morgen ein paar kleine Zeilen in der FAZ.

09. November 2011 von julia
Kategorien: Kapital | Schlagwörter: , , | 1 Kommentar

Stuhlkreis im FAZ-Feuilleton

Allein in Frankfurt-Messe! Internet als Voucher! S-Bahn-Ratter-ratter, Auto-Shroom-shroom.

Horrornacht im Rauchfrei-Haus. Dass es kein Sushi zum Frühstück geben würde, hatte ich ja schon erwartet – aber mein großspuriges “Ich bin sehr anspruchslos, es ist mir egal, was ein Hotel kostet” nehme ich dann doch zurück. Schon allein die Idee, ein Hotel auf eine Art Verkehrsinsel zwischen eine Bahnstrecke und mehrere vierspurige Straßen zu bauen, ist verwunderlich. Die Person, die diese Entscheidung getroffen hat, verdient XXX—XXX. Und überhaupt, ein Zimmer ohne Minibar – wo gibt’s denn sowas!

So mache ich hier in Frankfurt also gleich die Prinzessin auf der Erbse. Dass ich so verwöhnt von bonzigen Hotels wäre, hätte ich wirklich nicht gedacht. Für zwei Wochen bin ich zur Hospitanz im Feuilleton bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Ein Sehnsuchtsort, hatte ich doch bei Betroffenheits-Jauch aus dem Munde des FAZ-Feuilletonisten Peter Richter erfahren, dass “im Feuilleton viel getrunken” werde. Und “extra geraucht”. Sogleich träumte ich mich in eine Theater-Welt mit extra rauchenden Kulturtanten, wilden Diskussionen bei Rotwein und Wodka und mit ganz viel Lachen. Weiterlesen →

08. November 2011 von julia
Kategorien: Kultur | Schlagwörter: , , | 4 Kommentare

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