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Gleis 1, erschütternd

„In Bonn regnet es oder die Schranken sind unten“, lautet eine alte Weissagung. Dabei ist am Bonner Hauptbahnhof eigentlich alles ok. Auf den Ankunfts- und Abfahrtstafeln sieht man die Züge nach Wien, Ostseebad Binz auf Rügen, St. Goar und Bingen am Rhein reisen. Früher fuhren mehr Züge, aber noch gibt es von Zeit zu Zeit einen ICE, der von hier bis nach Berlin durchfährt. Von Gleis 1 aus geht es überall hin in NRW und nach Norddeich Mole. Ich kenne das.

Neulinge sollten es vermeiden, den Bahnhof von diesem Gleis aus zu verlassen, denn dann geht man entweder verloren in einer Ecke, in der einem Ratten begegnen können oder man wird von Autos und Straßenbahnen überfahren. Der erste Blick von Gleis 1 über den Busbahnhof hinweg in Richtung Innenstadt lässt einen erschüttert zurück. Read more

Unsere Stärke ist
unsere Friedlichkeit

Naja, gut, oke, reicht jetzt.

Die Reihe “Grünen-Austritt jetzt?” ist vorerst beendet. Es gäbe noch viel, was man mit den Grünen hadern könnte. Ich kann ja auch nichts dafür, ich treffe mich mit Leuten und dann muss ich Dinge erfahren. Im Schmück, meinem bevorzugten Hintergrundgesprächsort, kommt alle vier Minuten die U-Bahn vorbei, dann hat man hat ein paar Sekunden Zeit, um den Redefluss zu unterbrechen.

Man könnte in der Reihe noch die Rolle des Kosovokriegs im Blick der Ukrainekrise zum Thema machen. In der Europawahl haben mich Äußerungen grüner Politiker erschüttert und Ralf Fücks postet ja wieder und wieder hübsches bei Facebook. Hier hat Torsun einen Punkt und es ist etwas schade, dass das in der Grundsatzkritik so untergegangen ist.

Das zweite, was mich interessiert hätte, ist der Zugang zu linker Gewalt. Torsun hat dies ja sehr präsent auf seinem Blog, es gibt Antideutsche, die wegen der Gewaltfrage aus den Grünen ausgetreten sind und überhaupt sollte man sich dem Begriff der linken Gewalt mal wertfrei nähern, dann lernt man vielleicht was über Innenpolitik und warum die Grünen nie den Innenminister stellen wollen und vielleicht lernt man sogar etwas über Sichtweisen auf Koalitionspartner.

Auch Ralf Fücks ist Trollerei nicht fremd, und als er gestern im Bomber-Harris-Style ein Foto von der NPD Dresden postete, war ich gänzlich versöhnt.

Ralf Fücks und die REFORMER beim Afghanistan-Parteitag in Göttingen

Auf der REFORMER-Mailingliste ist es ruhig geworden und wenn ich ehrlich bin, habe ich diese vor der letzten oder vorletzten BDK (Parteitag) auch “offiziell aufgelöst”, woran man einen längeren Prozess der Aktion “Grünen-Austritt jetzt?” erkennen kann. Einer Wiedergründung stünde allerdings nicht viel im Wege.

Dass sich die Friedrichshain-Kreuzberger Grünen anscheinend wirklich nicht für den Polizeieinsatz entschuldigen wollen, ist schwer zu glauben, aber bitte. Ich ziehe nun ja zum Glück nach Bonn und schließe mich den dortigen Grünen an.

In diesem Sinne.


Dieser Artikel ist Teil der Reihe “Grünen-Austritt jetzt?”, die erst einmal nicht fortgesetzt wird. Die Idee hierfür lieferten Torsun von Egotronic sowie die Grünen.

Sie lieben Frontex!

Immer wieder weint der Himmel und will nicht aufhören, und ich freue mich, heute abend auf dem anderen großen Elektro-Festival zu sein, der Antaris. Dieses Goa-Festival hat heuer 20jähriges Jubiläum und wird von Berliner Minimal-Hipstern gern verachtet. Goa ist nämlich Musik für Leute mit nur 20 Sekunden Gedächtnis und auf so einem Festival sind eh alle dumme Prolls. Das ist natürlich dumpfe Distinktion und so packe ich also meine Sachen: ein Zelt brauche ich, etwas Kleidung … Drogen hab ich nicht.

Einpacken.

Und dann die Aktion ohne! Nämlich überraschend ohne Zelt. Dank meiner serviceorientierten Hausverwaltung, die kürzlich die Schlösser gewechselt und anscheinend nicht optimal das Funktionieren getestet hat, ist es mir nicht gelungen, zu meinem Keller vorzudringen. Also nur mit Decke, ohne Zelt. Den Pillenspalter allerdings nehme ich nicht mit, ich habe ihn nicht einmal ausgepackt.

Pillenspalter von Rossmann

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Boris Palmer!

Mathematiker, in der Grundeinkommensdebatte eher dafür. Bei Realismus und Substanz vertrat er die mal Eigenwert-der-Natur-Position beim Zugang zu Umweltpolitik und in seiner Stadt Tübingen, in der er Bürgermeister ist, gibt es Alkoholverbote. Boris Palmer ist nicht Heimatschutz Castorbewegung, aber wohl einer der Konservativsten unter den bekannten Grünen.

Gerade letztens hat er wieder irgendwo provoziert. Es war in der ZEIT, und die These seines Artikels mit dem geschmackvollen Titel La Vie en Grün war, dass die Grünen von Hollande lernen sollen und für die Wirtschaft nach rechts rutschen.

Man kann es sich einfach machen, aber man kann es auch leicht gemacht bekommen. Es kann natürlich sein, dass all die guten Wirtschafts- und Finanzpolitiker wie Gerhard Schick, Sven Giegold und so weiter von den Medien totgeschwiegen werden. Oder sie haben gerade etwas anderes zu tun, so dass Boris, Bürgermeister von Tübingen, insbesondere die linken Grünen, aber auch die Bundesspitze an sich oder gar ganz Norddeutschland mit schlichten arbeitgeberfreundlichen Vorschlägen in unterschiedlichen großen Zeitungen quälen kann. Etwas unverständlich die Wünsche zur Steuersenkung, weil ja, wie in Berlin geraunt wird, Kretschmann da doch eh nichts eintreibt, was nicht unbedingt nötig ist.

Aber was solls. Boris könnte den Grünen als Sparringspartner für den großen bösen Koalitions-Ozean dienen. Ich nehme seine politischen Forderungen inzwischen nicht mehr so ernst, weil ich es ja auch nicht mehr muss. Auf dem Parteitag wird er für seine Anträge ausgebuht, ansonsten ist es nicht meine Aufgabe, darauf zu achten, dass das grüne Programm nicht zerredet wird. Vielleicht passiert ja auch gar nichts, auch wenn Boris immer in die Zeitungen schreibt.

Außerdem kann einen an Boris noch stören, dass er mal irgendwelche Anteile von einem Kohlekraftwerk gekauft hat als Bürgermeister von Tübingen, dann aber auf dem Parteitag mit einem blauen Klima-Outfit rumgelaufen ist. Ich unterstütze es allerdings stets, wenn man sich für den Parteitag besonders schick macht. Wenigstens nicht langweilig.

By the way: Die wesentlichen Argumente zu Hartz IV sind in diesem Artikel ausgetauscht.

Reformer-Frühstück in Brüssel (2010)

Schon vor Jahren war ich mit Boris und anderen in Brüssel frühstücken, dabei entstand dieses bislang praktisch unbekannte REFORMER-Foto.


Dieser Artikel ist Teil der Reihe “Grünen-Austritt jetzt?”, die fortgesetzt wird. Die Idee hierfür lieferten Torsun von Egotronic sowie die Grünen. Die Texte sind zum Teil in antideutscher Sprache abgefasst.