Cyberfeminismus

Bei der re-publica gab es viele Panels zum Thema Feminismus. Ich fand das eigentlich ganz schön. Zwei Panels gab es auch zum Thema Cyberfeminismus. Das erste drehte sich dann mehr um Arbeiterinnen in China als um Avatare und das Internet, das zweite konnte ich nicht besuchen. Deswegen hier mal meine eigene Definition vom (politischen) Cyberfeminismus.

Es soll eine Bewegung von Künstlerinnen in den 90er Jahren gewesen sein: Die Ausprägung “Cyberfeminismus”. Es gab da das old boys network, auf deren Webseite ist der schöne Spruch “the mode is the message, the code is the collective”. Das Kollektiv VNS Matrix postulierte: “The clitoris is a direct line to the matrix”. Die These des Cyberfeminismus ist wohl, dass die Informatik am Ende alle Herrschaft ausübt und … ja, was und.

Es gibt noch das Cyborg Manifesto von Donna Haraway, das ich später lese. Außerdem las und verschenkte ich in grauer Vorzeit mal das Buch “Nullen und Einsen” von Sadie Plant. Gut, dass es das Internet gibt, mein ausgelagertes Gedächtnis: ich fand Sadie via Wikipedia: “Cyberfeminism”.

Da zum Glück der deutsche Wikipedia-Artikel zum Thema gelöscht ist (holde deutsche Wikipedia! Danke, ihr kleinen Löschnazis, die ihr in den Diskussionen wohnt …) nicht existiert, kann ich ganz unvoreingenommen, ideologiefrei und undogmatisch erfinden.

Voraussetzungen

Im Netz ist vieles anders als offline. Körperlos wandert man durchs Internet, kann sich als Mann, Frau, Katze oder blaurot gepunktetes Dings verkleiden. Körperliche Gewalt gibt es hier nicht. Nationalstaatlichkeit wird tendenziell zu “Internet Citizenship”. Und nicht zuletzt: the internet is for porn.

Deswegen

1. Das biologische Geschlecht lässt sich online besser verstecken als offline

Auch wenn sich Verhältnisse aus Offline auch Online reproduzieren, zum Beispiel wird der Bildungsstand an Formulierungen deutlich, so bietet das Netz gleichwohl doch großartige Möglichkeiten, um biologisches Geschlecht zu überwinden. Auch andere Diskriminierungsmerkmale wie die Hautfarbe werden unsichtbar.

Pionier unter den Datingportalen ist das BDSM-Portal Fetlife: Hier kann man nicht nur “Mann” oder “Frau” auswählen, sondern auch zahlreiche Trans-Identitäten, “Intersex”, “Gender Fluid” und noch einiges mehr. Noch weiter geht es im Grunde bei Diensten wie Twitter, die Kommunikation und, wie wir auf der re:publica erfahren haben, auch Dating erlaubt – jedoch gänzlich befreit von solchen Identitätszuschreibungen.

Das, was geschrieben wird, macht die Identität.

2. Keine Angst vor körperlicher Gewalt im Netz

Frauen haben weniger Muskeln als Männer. Bei gleichem Training können sie weniger aufbauen. So ist das.

Im Netz ist das anders: Körperliche Unterschiede werden unwichtig. Nur der Geist zählt. So sagen jetzt manche: Die Beleidigungen im Netz tun doch auch weh, das ist auch Gewalt.

Nein, nein, das ist keine Gewalt. Das ist das Web 2.0. Netzmenschen müssen einen Weg finden, mit geistig schmerzhaften Kommentaren umzugehen.

3. Mit Pornografie ist konstruktiv umzugehen

In vernetzten Zeiten kommt zur klassischen Pornoindustrie noch mehr hinzu. Ein Spruch lautet “The internet is for porn”. Pornografie wird immer wichtiger werden, sie lässt sich nicht aus dem Netz herausbekommen, denn sie ist darin, weil diejenigen, die sie dort haben möchten, “das können”.

Es ist zum einen notwendig, genau zu differenzieren zwischen Zeichentrick-Pornos, Pornografie mit Darstellungen von erwachsenem Sex, Darstellungen von dokumentiertem Kindesmissbrauch.

Zweitens sollte man die in Pornografie vermittelten Rollenbilder kritisch hinterfragen, anstatt sie per se zu verteufeln. Mir zum Beispiel gefällt die Ästhetik von “Blasen” in Mainstream-Pornos meist überhaupt nicht. Zu fragen, ob hier ein “männlicher Blick” dominiert, könnte sinnvoll sein.

Netzsperren haben drittens meiner Ansicht nach im Cyberfeminismus keinen Platz.

4. Sprache wird anders

Der Streit um die geschlechtergerechte Sprache wird sich erledigen. Im Netz wird “schlechtes Englisch” gesprochen.

5. Software Will Save Your Life

Software kann helfen, das Netz schöner, angenehmer, feministischer zu machen. Frauen (und diejenigen, die welche sein wollen) sollten sich aufraffen und mehr programmieren. Oder es zumindest versuchen.

18. April 2011 von julia
Kategorien: Kultur | Schlagwörter: , , | 30 Kommentare

Kommentare (30)

  1. Hi Julia,

    sehr schöne Ansätze und ich freue mich schon auf mehr.

    Daumen hoch, dass Du Dich mit der Pornografiefrage beschäftigst.

    Gruß
    Stephan

  2. Wie kommst Du darauf, dass der Artikel in der Wikipedia gelöscht wurde? Da war offenbar noch nie einer.

    Stattdessen gibt es aber zum Beispiel einen ausführlichen Artikel über Cornelia Sollfrank.

  3. Gefällt mir sehr gut! :-) Zum Pr0n wollte ich auch noch was schreiben!

    Machen wir eine Gesellschaft dazu auf? DCFG :D

    • Unter http://feminismus.piratenpad.de habe ich schon etwas eröffnet, wo ich demnächst mal was arbeiten wollte. Ist mit Anmeldung, wegen Störer/innen. Dir habe ich schon eine Einladung geschickt, ich weiß aber auch nicht so genau, wie das funktioniert. Und vielleicht habe ich mein Passwort auch schon wieder vergessen. @Felicea müsste aber die Zugangsdaten haben.

  4. zu 2.: Beleidigungen und Bedrohungen sind auch Gewalt. Natürlich eine andere Liga als körperliche Gewalt. Nicht jeder kann damit umgehen und den Opfern zu sagen: “lern halt damit umzugehen” reicht da nicht und drängt sie eher noch in eine selbst-schuld-Rolle. Man muss z.B. auch den Sendern aktiv entgegentreten.

    zu 3.: hier fehlt mir noch der Blick auf die Chance zur Emanzipation von der klassischen Pornoindustrie mit ihren Rollenbildern und all den anderen Problemen. Man hat zum einen die Möglichkeit seine Nische zu finden und zum anderen kann man auch einfach seinen eigenen porn machen und miteinander auszutauschen.

    generell finde ich die Thesen aber nicht falsch, wollte nur mal auf die Begründungen eingehen.

    Netzsperren haben meiner Ansicht nach im Cyberfeminismus keinen Platz.

    wäre vielleicht noch ein eigenen Punkt wert. Zumindest eine nachvollziehbare Herleitung, warum gerade aus cyberfeministischer Sicht ein freies Netz wichtig ist, wäre wünschenswert für die generelle netzpolitische Debatte.

  5. Beleidigungen und Bedrohungen sind auch Gewalt. Natürlich eine andere Liga als körperliche Gewalt.

    Jut, dann mache ich das “körperliche” in den Unterpunkt wieder rein. Natürlich muss man Dreck öffentlich machen und kritisieren, dafür gibt es jetzt ja zB Hatr. Aber man muss göeichzeitig auch eine gewisse Ignoranz entwickeln, daran geht m.E. kein Weg vorbei.

    Und zu den Netzsperren: Ist nur ne Bauchsache. Ideen?

    • dann sind auch slut walks überflüssig, bis zu einem gewissen grad muss man bei sexuellen übergriffen eine gewisse ignoranz entwickeln, so langs eben kein physischer übergriff ist. oder nur ein leichter… du merkst sicher die ironie;)

  6. Zu fragen, ob hier ein “männlicher Blick” dominiert, könnte sinnvoll sein.

    Zu fragen, ob vielleicht auch Männer den verbreiteten Porno Ramsch schlecht gemacht und unästhetisch finden, könnte auch sinnvoll sein.

    Manchmal sind Dinge einfach schlecht, weil es nicht besseres gibt. Service-Hotlines von großen Konzernen z.B. sind schlecht …. und mir soll niemand erzählen, dass das irgend jemand (kundenseitig) so will.

  7. Zu fragen, ob vielleicht auch Männer den verbreiteten Porno Ramsch schlecht gemacht und unästhetisch finden, könnte auch sinnvoll sein.

    Klar! Dafür muss man sich dem aber widmen.

    Und, by the way: es werden ja immer wieder Zahlen genannt, dass auch Frauen diesen Ramsch konsumieren.

  8. “Cyber*” ist leider ein sehr abgegriffener Begriff, aber sei es drum. Ansonsten größtenteils +1.

    Ich glaube nicht, dass eine eindeutige Trennung zwischen körperlicher und nichtkörperlicher Gewalt möglich ist. Verbale Angriffe können akute körperliche Probleme auslösen und nicht jede Anwendung von physischer Gewalt (z.B. Bedrohung mit einer Waffe) hat unbedingt körperliche Folgen. Natürlich gibt es Abstufungen in der Stärke der Gewaltausübung (“andere Liga”), aber ist es sinnvoll und notwendig hier eine Grenze zu ziehen? M.E. nicht, denn der Gewaltbegriff spielt in der weitergehenden Diskussion auch bei der Bewertung von Inhalten eine Rolle, z.B. wenn es um die Entstehungsbedingungen und Sichtweisen geht.

    • Wie kann man im Netz von einer Waffe bedroht werden? Ansonsten tendenziell ack.

      • morddrohungen per mail, frei nach dem motto “ich kenn dich, ich weiß wo du wohnst, ich komm dich mal besuchen, mit meiner echten waffe, und schreib dir mal, was ich dann mit dir mache”. du trittst ja nicht anonym auf, ist dir das noch nie passiert?

  9. Hm naja. “Das Internet” ist ja bloß ein Medium und Dinge die dort stattfinden fänden entweder so oder so statt oder schlummern zumindest in den Leuten aber sie trauen sich nicht bzw. haben Probleme gleichgesinnte zu treffen, während man per Internet halt alle Gleichgesinnten global erreichen kann. Mehr oder weniger zumindest. Letzteres ist IMHO (talk about schlechtes Englisch ;D) die große Neuigkeit daran. Feminismus ist aber eine Massenbewegung, ja geradezu politisch-korrekter Chic geworden.

    Fetlife kenn ich zwar nicht aber dass sexuelle Identitäten und Interessen – und damit Lebensweisen – durch das Internet ganz neue Blüte erleben kann man aber schon beobachten. Weiss ich ja selbst als Schwuler auch sehr zu schätzen, hab ja nicht zuletzt so meinen Freund kennengelernt. Auch wenn es total unromantisch und komisch klingt.

    Aber das gibt es ja inzwischen oft und da haben dann wohl Frauen zB nicht mehr die Klischeerolle der schüchternen Lolita die angesprochen und zu Drinks eingeladen und bebalzt werden muss sondern ergreifen auch die Initiative – kann ich zwar als Schwuler nicht direkt beurteilen aber ich seh es ja im weiblichen Freundeskreis. Sprich: Frau traut sich im Netz wohl doch manches mehr.

    • Feminismus ist aber eine Massenbewegung, ja geradezu politisch-korrekter Chic geworden.

      Hm, das kann ich so nicht stehenlassen. Es mag ja sein, dass beim Sorgerecht bisweilen die Mutter bevorteilt sein könnte, aber grundsätzlich leben wir nicht in einer feministisch geprägten Gesellschaft.

      Frauen erhalten immer noch ungefähr 25 weniger Geld für gleichwertige Arbeit. Das Ehegattensplitting existiert noch. Am Arbeitsplatz gibt es Sexismus, im Grunde: überall, an jedem Arbeitsplatz. Ich hab’s auch schon erlebt.

      Es gibt bei Spitzenpositionen (Aufsichtsräte, Vorstände, Professuren) ganz klar Ausschlussmechanismen, die Frauen benachteiligen.

      Grundsätzlich: Normabweichung aus der Geschlechterrolle wird bestraft. Diese Bestrafung wirkt für Frauen auf dem Arbeitsmarkt härter als für Männer. Denn Frauen haben passiv und konsensual zu sein, Männer aktiv und entscheidend. Ist die Frau passiv, so kommt sie im Unternehmen nicht weiter und verharrt in langweiligen Aufgaben. Verhält sie sich “männlich”, so sorgt dies für Irritation. Als Frau kann man da also nicht viel richtig machen, postuliere ich.

      Und es gibt leider auch keine breite feministische Bewegung.

      Ansonsten: Danke für deinen Kommentar. Aber ich musste das nunmal richtigstellen, so einfach ist es leider nicht.

      ;-)

  10. Nein so war das auch nicht gemeint Julia. Ich meine zum einen, bezogen auf deine Antwort, dass wir eh keine “die Gesellschaft” mehr haben sondern dass die von Konservativen beklagte Parallelgesellschaft inzwischen der Normalfall geworden ist. Und ein Milieu gefällt sich halt darin sich betont-plakativ feministisch zu geben, als Lippenbekenntnis weil mein avantgardistisch sein will. Ich persönlich sehe Feminismus ja nicht (nur) als ein “Frauending” sondern als ein ganze Bewegung die eben mit Rollenbildern bricht und so zB auch Homosexuellen neue Bahnen bricht die “wir” so ganz alleine nie erreicht hätten (ist halt eine Sache ob du grobe 10% der Bevölkerung hinter dir hast oder grobe 50%).

    Wenn unsere Generation, die vom Ende der 70er bis zur Wende geborenen, mal in gesellschaftliche Führungspositionen aufrückt werden sich IMHO viele Dinge wie die Diskriminierung bei Bezahlung auch erledigen. Dringlich bzgl. Feminismus finde ich dass aber gerade bei unserer Generation vieles wieder verloren geht was von Feministinnen erreicht wurde, sich gewisse Teile der jungen Mädchen darin gefallen mit “süßes Dummchen” zu kokettieren. Auch dass der steigende Anteil von Deutschen mit südländischen Wurzeln uns bzgl. Rollenvorstellungen teils wieder zurückwirft besorgt mich ziemlich. Da sind die “Linken” als klassische Femistinnen/en ja auch in einer Art von Zwickmühle, “toleriert” man die fremden Kulturen mit all ihren Werten oder muss man nicht doch bei grundsätzlichen Dingen wie diesen eine kompromisslose Assimilierung verlangen. Wobei mich das etwas ratlos lässt weil sich diese Gruppen um die es geht leider kaum bis gar nicht an diesen Debatten beteiligen, Parteien, Journalismus etc. sind nach wie vor überproportional eine Domäne der rein “deutschstämmigen” und die haben qua Prinzip, trotz noch so guten Willens, einfach nicht so den Einblick in die realen Verhältnisse. Was in der sog. “Community” verschiedener Migrantengruppen aber so wirklich vorgeht weiss man nicht, wenn du dir die demographische Entwicklung anschaust werden in immer mehr Stadtteilen in immer mehr Städten diese Gruppen aber mittelfristig sogar die Bevölkerungsmehrheit stellen. Das ist dann die neue “Mehrheitsgesellschaft”. Und wenn ich bedenke dass ich als Schwuler zB besser nicht händchenhaltend durch Viertel mit hohem Migrantenanteil gehe, reiner Erfahrungswert und keine Klischeevorstellung, und sehe wie die jungen Machos an junge Frauen “rangehen”, dann resigniere ich innerlich inzwischen schon. Grüße

    • Wir sind alle Parallelgesellschaften! Natürlich. So ist es. Ich denke, aufgeklärte Menschen wissen, dass “Parallelgesellschaft” ein Propagandawort ist.

      Dass die Jungs in Neukölln bei händchenhaltenden Schwulen manchmal “zischen”, weiß ich. Ich weiß auch von Übergriffen, nicht nur in Neukölln, auch in Schöneberg, und auch auf Transen in Kreuzberg.

      Allein: Was genau tut das zur Sache? Ich hab keinen Bock auf so ne “In Neukölln kann man nachts nicht auf die Straße” Diskussion. Ich wohnte selbst im Wedding und habe es da vielfach erlebt, dass ich von solchen Jungs angelabert wurde. Angelabert werden und 200 Meter “begleitet” ist vielleicht nicht so schlimm wie “angezischt werden”, aber ähnlich.

      Ach ja: Was soll das mit “Cyberfeminismus” zu tun haben?

      Oder willst du einfach nur deine Meinung zu Jungs mit “arabischen Migrationshintergrund” absondern? Dann mach dir doch bitte ein eigenes Blog, danke

      :-)

  11. zu 2. keine angst vor körperlicher gewalt – an manchen comments oder in blogs kann ich lesen und spüren wieviel hass es gibt – den gibt es ja real. das erschreckt mich manchmal sehr. aber – erst bekomme ich eine aufwallung der angst des abscheus und des grausens aber da es in dem moment einfach nur wörter auf dem bildschirm sind kann ich es – ja – zerlegen, analysieren, dem auf den grund gehen – mir fragen dazu stellen – nach antworten suchen – wenn ich will

    3. porno – oh ja. schönes thema, fällt mir viel dazu ein, ganz wichtig: ich hätte da gerne so eine art fair-trade siegel. ich möchte mir einfach sicher sein, dass die personen, die gefilmt werden, das freiwillig und mit spaß tun und fair bezahlt werden.

    • ich hätte da gerne so eine art fair-trade siegel. ich möchte mir einfach sicher sein, dass die personen, die gefilmt werden, das freiwillig und mit spaß tun und fair bezahlt werden

      :-)

      vielleicht sollte man eine faire porno-klitsche aufmachen. aber wer weiß, ob da wirklich ein markt bestehen würde. (das ist die frage, ich denke: wir wissen es nicht)

      • oder so ein siegel erfinden und lizensieren lassen d.h. geld von porno seiten für die vergabe dieses siegels verlangen. ob es ankommt – genau – wissen wir nicht. ist bestimmt wie mit tee und schokolade. manchen ist es total egal – anderen wichtig.

  12. So wie man Kinderpornographie im Netz verbieten kann, so kann man auch gewalttätige Pornos im Netz verbieten – es ist ja kein rechtsfreier Raum. Die Frage ist eher, ob die Frauen wirklich hinschauen wollen, was es da alles gibt (und was vermutlich schon Jugendliche und Kinder ansehen).

    P.R.

    • ich halte nichts von verboten, weil die immer umgangen werden können und nichts an der wurzel der problematik ändern.

    • Hallo Peter,

      Mir geht es um den differenzierten Blick auf Pornografie. Nur so kann man Klischees in den Bildern entlarven.

      Bezüglich “Gewaltpornografie” eine kleine Info: Die Verbreitung der so genannten “harten Pornografie” ist bereits heute kriminalisiert. Damit wird “Gewaltpornografie” auf einer Ebene mit “Tierpornografie” betrachtet.

      Bei “Kinderpornografie” ist nicht nur die Verbreitung strafbar, sondern auch der Besitz und die Herstellung.

      Mich würde überdies Ihre Definition sowohl von “Kinderpornografie” als auch von “Gewaltpornografie” interessieren. Was genau wollen Sie verbieten und warum?

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  14. Pingback: Rant an TheGurkenkaiser | zeitrafferin

  15. Schoener Blog, ich komme jetzt regelmaessig

  16. Auch wenn sich Verhältnisse aus Offline auch Online reproduzieren, zum Beispiel wird der Bildungsstand an Formulierungen deutlich, so bietet das Netz gleichwohl doch großartige Möglichkeiten, um biologisches Geschlecht zu überwinden.

    Das ist ein Mythos aus den Neunzigern. Es gibt einen schon älteren Text von Valie Djordevic dazu, ich finde ihn nicht mehr, vielleicht ist er gelöscht?

  17. Pingback: Dein Feminismus, er ist | kooyami

  18. Was die Ästhetik von Pornos angeht,

    “Zu fragen, ob hier ein “männlicher Blick” dominiert, könnte sinnvoll sein.”

    Da ich dafür kein Geld ausgebe, sehe ich mich wenn denn auf Gratis-Seiten um, und das sind oft Seiten des Genres “Amateur Porn”. Also junges Pärchen filmt sich selbst (oder läßt sich filmen) mit Handycam und stellt das auf zunächst kommerziellen Seiten ein (von wo es runtergeladen und zu Gratisseiten weitergereicht wird). Und da ist die Frage beantwortet:

    Die kameraführende Hand ist IMMER die männliche. “Ich filme meine Freundin, wie sie mir einen …”, und man sieht es eben durch die Augen des Filmenden. Penetration: Immer vom männlichen Part gefilmt und aus seiner Perspektive.

    *

    “Fair Porn” … hier spitzt sich m.E. ein vieldiskutiertes Problem zu (das von den “Susi voll breit auf der Klassenfahrt”-Fotos auf Facebook): Wenn ein Mädel mit 21, 22 an der ARGE vorbei einen Tausender im Monat macht für viell. ein halbes Jahr (dann sind in den Portalen andere “Models” gefragt), ist das wohl meist freiwillig (wer will das nebenbei kontrollieren und wie?), aber rechnet sie damit, daß demnächst gesichtsscannende und -erkennende Suchmaschinen das www durchforsten?

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