Julia Seeliger. Text is Sex.

Ab bald habe ich eine Kolumne bei der taz – sie heißt “Kolumne Bio”. Dazu passt gut das T-Shirt, das ich gerade trage. Es ist von der taz und auf ihm steht “Lohass – ich bin keine Zielgruppe”.

Denn es ist meine Überzeugung, dass sich die Welt nicht mit dem Einkaufskorb retten lässt und dass der zu einer guten Tat für die Allgemeinheit hochgejazzte Bioeinkauf oft nur dem ganz privaten Bauch nützt.

Gerade fängt das Sommerloch an und ich habe noch keine Idee. Aber vielleicht kommt ja noch der Knaller aus dem Öko-Umfeld, über den es sich lustig zu machen lohnt. Ansonsten mache ich einfach mal eine Exkursion in den Prenzlauer Berg.

Die Kolumne erscheint mir auch als schöne Alternative zur Youtube-Show zum Thema Konsum, die ich mit dem einen oder anderen Helden schon seit mehr als einem Jahr anstrebe. Wir konnten das aber bislang aus Zeitmangel nicht realisieren.

Juli 6, 2011 · Flattr this! · Tags: · [Internet ausdrucken] ·

9 Comments to “Kolumne Bio”

  1. ingejahn sagt:

    Dass sich gleich die ganze Welt über den Einkaufskorb retten lässt glaub ich auch nicht. Aber deswegen den Sinn von ökologischer Landwirtschaft und ökologischer Lebensmittelproduktion anzuzweifeln liegt mir absolut fern. Es geht mir auch nicht um die “gute Tat” sondern schlicht um die Überzeugung, dass ich lieber Lebensmittel esse die im Einklang mit der Natur sind als im Einklang mit der chemischen Industrie. Ich mache das seit Anfang der 80er Jahre und habe die damals – milde ausgedrückt – belächelte Ökobewegung auch immer so verstanden.
    Dass mein Geld dann in Landwirtschaft fließt, die nicht alles vergiftet quält und zerstört, ist für mich nicht die gute Tat sondern ganz normal. Also das ist die Norm – Vergiftung und Massentierhaltung die Abart.
    Was ist für dich ein Knaller aus dem Öko-Umfeld über den es sich lustig zu machen lohnt?

    • julia sagt:

      Ich hab nix gegen Bio-Landwirtschaft. Im Gegenteil. Ich tu gern mir und dem Boden (oh, oh!) hier und da was Gutes.

      Aber natürlich will ich auch mal Futuristisches über Klonfleisch schreiben. Und über die Angst vor künstlichem Essen. Oder Gift im Spielzeug.

      Mal sehen, ob die Kolumne heute noch funktioniert. Vor ein paar Jahren waren ja die “Lohas” sehr angesagt, dieser quasi-religiöse Shopping-Trend ist ja jetzt zum Glück wieder etwas abgeflaut.

      • ingejahn sagt:

        anfangs war ich auch ziemlich dogmatisch – hat aber nicht lange angehalten – ist wohl ein typischer anfängerfehler. mittlerweile kann ich hirsebrei und mcdonalds.
        bin gespannt ob dir noch was für deine kolumne einfällt.

  2. Till sagt:

    Ist Lustigmachen über “bio” nicht ein bißchen 2005? Aber wenn’s sein muss, würde ich ja – passend auch zum Ende von Martin Unfrieds Öko-Sex-Kolumne – mit Weichmachern in Sexspielzeug anfangen.

  3. julia sagt:

    Oder über die Betschwestern der politischen Linken im Parteiensystem in Deutschland.

  4. julia sagt:

    Oder über Wutbürger. Und Wutbürger-Rezeptionen.

  5. Norbert sagt:

    Ich würde mich über Energiesparlampen lustig machen. Schon mal Quecksilber gegessen?

    Oder darüber, daß man Natur patentieren kann. Überspitzt: was man alles patentieren könnte. Allein: aus Kohlendioxid durch Photosynthese Zucker machen. Wäre CO2 doch als Zucker im Hirn besser angebracht als als “schädliches Klimagas”.

    Gen-Mais und Konsorten: ich sehe die Monsanto-Armee schon verzweifelt den Pollen verbieten, auf benachbarte Grundstücke zu fliegen… (Fall Schmeiser vs. Monsanto)

    Strom kommt aus der Steckdose: Oder warum Elektroautos gefördert werden.

    Feinstaubzonen: Oder warum Autobahnen keinen Feinstaub produzieren. (In Wuppertal führt die A46 mitten durch die Feinstaubzone. Die gilt aber nicht auf der Autobahn.)

    Der Spargel wächst auch so. Oder welche Energiebilanz haben Windräder tatsächlich? Produktions, Transport, u.s.w.

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